Mälzertrunk – was ist das, und wann trinkt man ihn?
Mälzertrunk – das ist kein Wort, das in den meisten Spirituosen-Regalen auftaucht. Wer es zum ersten Mal hört, denkt vielleicht an etwas altmodisch Handwerkliches, irgendwas zwischen Brauerei und Schnaps. Das ist gar nicht so weit daneben. Der Mälzertrunk ist ein Malzbrand, der direkt aus dem Brauhandwerk hervorgeht – und der einen Geschmack hat, den man in keinem anderen Destillat so findet.

Was ein Mälzertrunk ist
Malzbrände sind Destillate, die aus vergorenem Malz hergestellt werden. Das Ausgangsmaterial ist also das gleiche, das auch beim Bierbrauen verwendet wird: gekeimtes, getrocknetes Getreide – meist Gerste –, das beim Darren eine Vielzahl von Aromastoffen entwickelt. Röstaromen, Karamellnoten, eine leichte süßliche Malzigkeit.
Wenn dieser Malzansatz destilliert wird, bleiben viele dieser Aromen erhalten. Was entsteht, ist ein Destillat mit einer charakteristischen Wärme, einer karamelligen Grundnote und einer Eigenheit, die Malt-Whisky-Trinker sofort erkennen werden – ohne aber ein Whisky zu sein. Der Mälzertrunk ist jünger, wird nicht im Holzfass gelagert, und schmeckt dadurch klarer und direkter.
Wie unser Mälzertrunk entsteht
Unser Mälzertrunk ist das direkte Ergebnis unserer Brauerei. Wir haben das Malz, wir haben die Anlage, und wir haben das handwerkliche Wissen – der Schritt zur eigenen Brennerei war für uns naheliegend, weil Brauen und Brennen enger miteinander verwandt sind, als viele denken.
Das Malz, das in den Mälzertrunk geht, ist kein minderwertiger Rest aus der Bierproduktion. Es ist ein gezielt ausgewähltes Malz, das auf die spezifischen Aromaeigenschaften hin ausgesucht wird, die wir im Destillat haben wollen. Karamellmalz gibt Süße, helles Malz gibt Frische, Röstmalz gibt Tiefe. Wie das Malzspektrum zusammengestellt wird, beeinflusst das Endprodukt direkt.
Wann trinkt man Mälzertrunk?
Der Mälzertrunk ist ein Digestif – er kommt nach dem Essen. Die karamellige Grundnote macht ihn zugänglicher als einen trockenen Schnaps oder einen sehr bitteren Kräuterauszug. Wer nach einem guten Abendessen noch etwas Rundes, Warmes möchte, ohne die Intensität des Hopfenfeuer oder die Kräuterbitterkeit des Hopfenkräuter, ist mit dem Mälzertrunk oft am besten bedient.
Die beste Trinktemperatur liegt bei Zimmertemperatur oder leicht darunter – zwischen 16 und 20 Grad. Zu kalt werden die Malzaromen gedämpft, und der Alkohol wirkt spitz. Ein normales Schnaps- oder Nosingglas ist ideal; kein Shot-Glas, denn das verhindert das Erschmecken der Aromen.
Ein Destillat für Neugierige
Wer im Bereich Spirituosen über Whisky hinausdenken möchte, ohne sich gleich tief in Branntweinlehre einarbeiten zu wollen, ist mit dem Mälzertrunk ein guter Einstieg. Er hat das bekannte Malz-Aromaprofil, ist aber direkter und zugänglicher als ein gereifter Whisky – kein Fasseinfluss, keine jahrelange Lagerung, nur das Destillat selbst.
Bei uns im Restaurant kann man den Mälzertrunk im Rahmen eines Abendessens kennenlernen. Wer ihn dann für zu Hause haben möchte – er ist im Shop bestellbar und auch ein sehr persönliches Geschenk für alle, die gut bestückte Spirituosenregale haben und trotzdem immer noch etwas entdecken wollen.
Mälzertrunk klingt ungewöhnlich. Das ist er auch. Aber wer einmal probiert hat, was Malz als Destillat-Basis leisten kann, bekommt ein anderes Verständnis davon, was aus einer Brauerei alles entstehen kann.