Hopfenfeuer – das Bierdestillat, das man flambieren kann
Nicht jedes Destillat braucht eine besondere Geschichte. Das Hopfenfeuer schon – weil es eine ist, die sich kaum woanders so ergibt. Ein Bierbrand aus unseren eigenen Bieren, 54 Prozent Alkohol, stark genug, um tatsächlich angezündet zu werden. Das ist kein Showeffekt zur Unterhaltung von Tischgästen, auch wenn es sich dabei anbietet. Das ist die direkte Konsequenz davon, was passiert, wenn man ein Bier aus hochwertigen Hopfensorten zu einem Destillat verarbeitet und nichts wegverdünnt.

Was ein Bierbrand ist
Bier destillieren ist keine neue Idee. Bevor Whisky in Holzfässern reifte und seinen eigenen Weg ging, waren Getreidedestillate aus vergorenem Malzsud weit verbreitet. Ein Bierbrand ist im Prinzip genau das: Vergorenem Bier – oder einem Biermaisch – wird durch Destillation der Alkohol entzogen, konzentriert und in ein Destillat überführt.
Das Besondere daran ist, dass dabei die Aromen des Bieres mitgenommen werden – zumindest teilweise. Wer ein hopfenbetontes Bier als Ausgangsmaterial verwendet, bekommt ein Destillat, das Hopfennoten trägt. Beim Hopfenfeuer steht der Hopfen im Vordergrund – das steckt schon im Namen.
Was 54 Prozent im Glas bedeuten
Viele Destillate werden nach der Brennung verdünnt – auf 40 oder 42 Prozent, was der gesetzlichen Mindestgrenze für Brände entspricht und vom Verbraucher erwartet wird. Wir haben beim Hopfenfeuer bewusst darauf verzichtet. 54 Prozent Alkohol sind keine Angabe um der Angabe willen – sie bedeuten, dass die Hopfenaromen konzentriert und unverwässert im Destillat erhalten sind.
Das macht das Hopfenfeuer intensiv. Es ist kein Drink zum leichtfüßigen Trinken, kein Glas, das man nebenbei leert. Es ist ein Destillat, das man ernst nehmen muss – und das entsprechend belohnt, wer sich darauf einlässt. Die Hopfennoten kommen klar und direkt, der Alkohol ist spürbar, und der Abgang ist lang.
Das Flambieren: Sinn oder Spektakel?
Wer Hopfenfeuer in ein feuerfestes Schnapsglas gibt und ein langes Streichholz dazuhält, sieht, dass das Destillat brennt. Eine satte blaue Flamme, die ein paar Sekunden tanzt. Das ist keine Zirkusnummer – es ist der physikalische Beweis des Alkoholgehalts. Unter 40 Prozent zündet Alkohol bei Zimmertemperatur in der Regel nicht. Ab etwa 50 Prozent funktioniert es zuverlässig.
Was das Flambieren für den Geschmack bringt: Die Hitze öffnet die Aromen, verbrennt einen Teil der flüchtigen Alkoholdämpfe und lässt die tieferliegenden Hopfen- und Malznoten klarer hervortreten. Nach dem Ausblasen hat das Destillat eine andere Qualität im Glas. Das ist tatsächlich eine Trinktechnik, keine Showeinlage.
Wann und wie man Hopfenfeuer trinkt
Als Digestif, nach dem Essen, in kleiner Menge – das ist die klassische Empfehlung. Das Hopfenfeuer ist der intensivste Digestif, den wir haben, und er passt am besten nach einem kräftigen, würzigen Essen. Am besten funktioniert er in einem kleinen Glas, bei Zimmertemperatur, getrunken ohne Eile. Wer es einmal flambieren möchte, sollte dabei Vorsicht walten lassen – ein feuerfestes Glas, ein Streichholz, ein ruhiger Tisch.
Wer die Destillate aus unserer Brennerei vergleichen möchte – vom zugänglichen Mälzertrunk über den kräuterreichen Hopfenkräuter bis zum intensiven Hopfenfeuer – kann das bei uns im Restaurant tun. Oder einfach bestellen und sich zu Hause durchtrinken.
Das Hopfenfeuer ist das mutigste Destillat, das wir machen. Und manchmal braucht man genau das.